Xylocopa violacea – gemeinsam durchs Jahr

Unsere letzte Biene des Monats an dieser Stelle ist ein echter Brummer. Mit einer Körperlänge von bis zu 25 mm ist die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) bedeutend größer als andere Wildbienenarten, von denen die kleinsten gerade einmal 4 mm erreichen.

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Sowohl durch ihre Größe als auch durch die blauschimmernde Körperfarbe wirkt sie wie ein Insekt der Tropen und tatsächlich gehört die Große Holzbiene, wie sie auch genannt wird, zu den wärmeliebenden Arten Südeuropas, die sich im Zuge der Klimaerwärmung in den letzten Jahren immer weiter nach Norden ausbreiten. Auch im warmen Elbtal ist sie seit ein paar Jahren immer häufiger zu beobachten. Neben ihrem für heimische Bienen untypischem Äußeren zeigt sie noch eine weitere Besonderheit und zwar in ihrem Lebenszyklus. Während andere heimische Bienenarten entweder erst im Frühling schlüpfen, um sich dann zu paaren oder nur die im Sommer geschlüpften und im Spätsommer verpaarten Bienenweibchen überwintern, um im Frühling mit dem Nestbau zu beginnen, schlüpfen bei Xylocopa violacea beide Geschlechter bereits im Sommer, überwintern dann beide und paaren sich erst im Frühjahr. Das Weibchen nistet dann in mürbem Totholz, in dass es selbst große Gänge nagt, in denen es seine Brutzellen anlegt. [Autor: Mandy Fritzsche]

Auch unsere Biene des Monats verläßt nun ihr Geburtsnest, um auf der Seite des Dresdner Imkervereines ein neues Nest anzulegen. Zu finden ist sie in Zukunft unter www.imkerverein-dresden.de.

Bienen-Leuchtturm Dresden

Bei der gestrigen Stadtratssitzung zeigten die Dresdner Stadväter einmal mehr, dass sie sich Ihrer Verantwortung für den Erhalt aller Bienen in Dresden bewußt sind. Mit einstimmiger Mehrheit wurde ein Antrag der CDU-Fraktion angenommen, unseren Maßnahmenkatalog zum Schutz von Wild- und Honigbienen in Dresden „… bei allen Planungen und Vorhaben der Stadtverwaltung so weit wie möglich zu berücksichtigen“ und ihn „in geeigneter Weise bekannt zu machen und zur Anwendung zu empfehlen“.

Wir danken den Dresdner Fraktionen für ihre Weitsicht und das positive Signal, dass sie damit aussenden.

Osmia aurulenta – der Nachmieter

Anders als unsere letzte Biene des Monats ist die Rote Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia aurulenta) bei der Wahl Ihrer Pollenquellen wenig wählerisch. Umso mehr ist sie es aber bei ihrer Nisthöhle. Wie alle Mauerbienen nistet sie in oberirdischen Hohlräumen, und wie immerhin noch 6 andere mitteleuropäische Osmia-Arten nutzt sie hierfür ausschließlich leere Schneckenhäuser.

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Osmia aurulenta wohnt gern herrschaftlich und besiedelt daher am liebsten Schneckenhäuser mittelgroßer und großer Schneckenarten, vor allem die der Weinbergschnecke. Die Brutzellenwände und den Nestverschluss baut sie aus zerkauten Pflanzenteilen. Mit diesem Pflanzenmörtel bringt sie zudem Tarnflecken auf der Außenseite des Scheckenhauses an.

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Die Männchen der Roten Schneckenhaus-Mauerbiene übernachten gern gemeinsam in Gruppen. Und wo? Natürlich in leeren Schneckenhäusern. [Autor: Mandy Fritzsche]

Sensenworkshop am 18.06.2016, Zellescher Weg

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Von den historischen Ursprüngen dieses Handwerkes zu den heutigen Sensen zeigt Lars Lange – Landschaftsarchitekt aus Coswig – wie man mit unterschiedlichem Werkzeug und entsprechender Technik eine rasiermesserscharfe Sense vorbereitet.

Samstag, 18.06., ab 9:30Uhr, Wiese am Zelleschen Weg 41, 01219 Dresden

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Wer hat, bringt seine eigene Sense oder zumindest das Blatt zum Schärfen mit.

Für den Teil der Wiesenmahd hat Lars ein paar Übungssensen dabei.

Ihr braucht sonst nur festes Schuhwerke und – wer hat – ein paar Ohrstöpsel bzw. Gehörschutz für das Hämmern beim Dengeln.

Wir freuen uns auf Euch! Ihr könnt Euch gerne unter kontakt@bienesuchtbluete.de anmelden.

Der Kurs ist kostenfrei. Über Spenden freuen wir uns natürlich!

 

Beste Grüße von den Schmetterlingswiesen.

 

PflanzAktion: Bienenfutter und Schmetterlingssaft

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Trotz heißestem Wetter haben ein paar tapfere Bienen- und Schmetterlingsfreunde am Sonntag den Spaten geschwungen und fleißig eine weitere Initialpflanzung einheimischer Blühpflanzen auf der künftigen Insektenwiese angelegt.

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Im Galerieverlauf läßt sich der Einsatz sehr gut nachvollziehen:

  1. Sensen
  2. Grassoden entfernen
  3. mindestens 15 cm Bodenaustausch, um mit Sand und samenfreiem Grünkompost abzumagern
  4. Wildstauden einsetzen und Blumenansaat verteilen und andrücken
  5. Gießen. Fertig!

Klingt ganz einfach! Jede Menge Schweiß lief schon. Beim nächsten Mal gibt es einen Klein-Bagger. Versprochen!😉

Vielen herzlichen Dank an unsere treuen Helfer und Unterstützer!

Dank auch an Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen, die trotz vollem Terminkalender gemeinsam mit uns Sense und Spaten schwang, und dem Team der LaNU.

Wir sind gespannt, was nun wächst und gedeiht!

Eine Anleitung für eine eigene Wiese findet Ihr hier: Infoblaetter_Wiese

Bienenfutter und Schmetterlingssaft: PflanzAktion am Zelleschen Weg

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Auch dieses Jahr werden wir auf der Wiese am Zelleschen Weg (nahe den Studentenwohnheimen) wieder einige bienen- und schmetterlingsfreundliche Wildstauden pflanzen.

SONNTAG, 22.05.2015, ab 14:00 Uhr – Zellescher Weg 42 (Tram 11, Bus 61)

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Damit die Pracht auf der Wiese gedeihen kann, bedarf es ein bißchen Muskelkraft, um den vorhandenen Boden mittels Sandaufschüttung abzumagern.

Daher laden wir Euch herzlich ein und bitten um Eure Hilfe: An die Spaten, fertig, los!!

Die LANU bietet für die kleinen Gäste Bastelspaß und jede Menge Wissenswertes rund um die Schmetterlingswiese.

Zur Stärkung gibt es ein kleines Buffet unterm Pavillon.

In diesem Sinne:
MÖGE DER POLLEN MIT EUCH SEIN!

http://www.schmetterlingswiesen.de

http://www.bienesuchtbluete.de

Eucera nigrescens – das letzte Langhorn

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Mit seinen überlangen Fühlern ähnelt das Männchen der Frühen Langhornbiene (Eucera nigrescens) einem Fabeltier – und ist vielleicht bald schon ebenso selten. Laut der Roten Liste der Wildbienen Sachsens wird Eucera nigrescens als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

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Die Weibchen dieser schönen Bienenspezies, sowie ihrer Schwesterart, der „Juni-Langhornbiene“ (Eucera longicornis) sammeln den Pollen für die Versorgung ihres Nachwuchses ausschließlich auf Schmetterlingsblütlern, wie Wicken, Platterbsen und Luzerne. Wo diese Pflanzen fehlen, können sich die Frühe und die Mai-Langhornbiene nicht mehr fortpflanzen und sterben unweigerlich aus.

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In und um Dresden kann man ihnen mit etwas Glück noch auf den nährstoffreichen Fettwiesen entlang der Elbe begegnen, wo jetzt im Mai die Zaunwicke blüht.

BDM14_Nomada-sexfasciataDort findet sich auch ihr Kuckuck, die große Wespenbiene Nomada sexfasciataNOCH, denn deren Fortbestehen wiederum ist direkt abhängig vom Vorkommen ihrer beiden Wirtsarten Eucera nigrenscens und Eucera longicornis.

Die Männchen der Frühen Langhornbiene erscheinen deutlich eher im Jahr als die Weibchen, und noch bevor Wicke & Co. zu blühen beginnen. Ihren Hunger stillen sie dann gern am Nektar violett blühender Rauhblattgewächse, wie Lungenkraut und Beinwell. [Autor: Mandy Fritzsche]

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