Kommt zum Hummel- königinnenfrühstück

Hummelköniginnenfrühstück – der Tisch ist gedeckt

11:30 Uhr Eröffnung
11:45 Uhr Aufstellung Hummelnistkasten und Hummelbeobachtung

12:15 Uhr Vortrag zum Thema Insektennährpflanzen im Jahreslauf 12:45 Uhr Der Tisch ist gedeckt für uns und die Hummeln
begleitend: Hummelinfostand, Verkauf von Insektennährpflanzen, Bastelaktion

Im Frühjahr erwacht die Hummelkönigin aus ihrem Winterschlaf und hat sofort einen Riesenhunger. Sie benötigt ausreichend Nektar und Pollen um ein eigenes Volk zu gründen. Deshalb haben wir im Herbst Frühblüher gepflanzt. Nun ist es soweit! Der Tisch ist gedeckt.

Wir wollen im wahrsten Sinne des Wortes mit den Hummeln frühstücken. Es wird eine lange Tafel mit Blick auf die im Herbst gemeinsam gesteckten 10.000 Krokusse geben, an der wir mit Euch speisen.

Die Blüte der Krokusse ist wetterabhängig und dauert nur sehr kurz an. Sollten die Krokusse am 1. März blühen, besteht die Möglichkeit auf Hummelbeobachtungen.
Es erwartet Euch zusätzlich ein Vortrag zu Bienenpflanzen im Jahresverlauf. Denn die Frühblüher sind nur der Beginn der Blütensaison und für das Überleben der Insekten ist es enorm wichtig, dass es ein durchgehendes Futterangebot bis zum Herbst gibt.

Weiterhin könnt Ihr Pflanzen kaufen, ein Minitöpfchen mit Sedumsprossen bepflanzen und wir werden einen Hummelnistkasten aufstellen.

Wildbienenbestimmung

In Sachsen gibt es ca. 400 Wildbienenarten – viele davon gelten allerdings als gefährdet. Die häufigen und auch viele der leider nur noch schwer zu findenden wie z.B. die Flockenblumen-Blattschneiderbiene  haben Mandy & Michael Fritzsche  in wunderbaren Aufnahmen abgebildet. Von Ammobates (Sandgängerbienen) bis Xylocopa (Holzbienen) findet Ihr 30 Gattungen bei Flickr: https://www.flickr.com/photos/wildbienen/albums

Die Fotos sind unglaublich detailreich (wie gut bei der unten abgebildeten Fuchsroten Lockensandbiene Andrena fulva zu sehen) und können bei eigenen Bestimmungsversuchen helfen. Am besten geht das gleich im Feld mit dem Smartphone!

Neben den Wildbienen zeigen uns Mandy & Michael auch Bilder von Schädlingen und Prädatoren.

Kulinarisches aus der Bienenwelt: Auen-Schenkelbienen „backen“ Öl-Kuchen

Die Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea) ist Wildbiene des Jahres 2020. Während andere heimische Wildbienen auf die Suche nach Pollen und Nektar gehen, setzt die Auen-Schenkelbiene auf Energie durch Blütenöle statt Nektar, um ihre Brut zu versorgen. Der Energiegehalt des Öls ist höher als der des Nektars.

Macropis europaea w 01

Weibliche Auen-Schenkelbiene – Foto: Mandy & Michael Fritzsche

Öl spendet ihr das Primelgewächs „Gewöhnlicher Gilbweiderich“ (Lysimachia vulgaris). Dieser gedeiht besonders an feuchten, sumpfigen Böden und hellen Standorten, wie es bei Flussauen der Fall ist.

2020 Lysimachia vulgaris

Gewöhnlicher Gilbweiderich (1)

Die Weibchen der Auen-Schenkelbiene sammeln das Öl durch Saugpolster an ihren Vorder- und Mittelbeinpaaren, mit denen sie den Blütengrund des Gilbweiderichs betasten. Dabei bleibt der Pollen an ihrem Bauch hängen. Später vermengen sie Pollen und Öl an den Hinterbeinen zu einem nahrhaften dicken Klumpen für ihre Brut.

Während die Brut den Ölkuchen genießen darf, benötigen die ausgewachsenen Bienen für ihre eigene Energieversorgung Nektar und fliegen verschiedene Pflanzenarten an, die in der Nähe der Ölpflanzen zu finden sind.

Wer Ende Juni bis Mitte August an Grabenrändern oder Uferbereichen unterwegs ist, sollte Ausschau nach dem bis zu 1,50 m hohen Gewöhnlichen Gilbweiderich halten. Dort ist die Chance am größten, ein Exemplar der Auen-Schenkelbiene zu beobachten. Sie ist mit acht bis neun mm etwas kleiner als Arbeiterinnen der Honigbiene, hat eine unauffällig gelblich-braune Behaarung und einen besonders am Hinterleib stark glänzenden Chitinpanzer. Die Weibchen haben dicke weiße Haarbüschel an den Hinterbeinen. Die Männchen weisen ein hellgelbes Gesichtsfeld und deutlich verdickte Hinterbeine auf, die zu ihrem deutschen Namen geführt haben.

Macropis europaea m2

Männliche Auen-Schenkelbiene

Aber auch in unseren Gärten kann die Auen-Schenkelbiene beobachtet werden. Neben dem Gewöhnlichen Gilbweiderich liefert ihr nämlich auch der Punkt-Gilbweiderich (Lysimachia punctata), der als Zierpflanze an eher trockenen Standorten verbreitet ist, das Öl für die Brut.

2020 Lysimachia punctata

Punkt-Gilbweiderich (2)

Hier ist allerdings öfter die ähnliche Schwesterart, die Wald-Schenkelbiene (Macropis fulvipes) anzutreffen, die optisch dadurch zu unterscheiden ist, dass die Haarbüschel an den Hinterbeinen der Weibchen gelb-bräunlich gefärbt sind und die Behaarung der Vorder- und Mittelbeine gelb statt schwarz ist.

Die Ölkuchen der Auen- und der Waldschenkelbiene dienen nicht nur als Futter für deren eigene Brut, sondern auch für die der Schmuckbiene (Epeoloides coecutiens), welche als Brutschmarotzer bzw. Kuckucksbiene ihre Eier ausschließlich in die Nester der Schenkelbienen ablegt. Die Nester liegen in unterschiedlichen Bodensubstraten unter Gras oder Moos nur wenige cm unter dem Boden und sind gut versteckt.

Einen Mangel an den Ölgewächsen gibt es derzeit nicht, jedoch ist zu beachten, dass auch das Angebot an nektarspendenden Blütenpflanzen in deren Umgebung groß genug ist. Ein Mähen von Ufervegetation und umliegenden Blühflächen ist also insbesondere im Sommer zu unterlassen. Wer Punkt-Gilbweiderich in seinem Garten hat, kann auf ein reiches Nektar-Angebot durch weitere Blühpflanzen achten.

Die Auen-Schenkelbiene ist nicht nur in unseren Breiten, sondern vor allem in den Tropen und Subtropen Südamerikas verbreitet.

Autorin: Lydia Matthus

Quellen:

(1): de.wikipedia.org/wiki/Datei:4814-lysimachia_vulgaris-20110711.JPG
(2): upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Lysimachia_punctata_01.JPG

Wählt uns zum Monatsprojekt im Januar!

Gebt „Biene sucht Blüte“ Eure Stimme im Januar bei der Wahl zum UN-Dekade-Projekt des Monats. Die Abstimmung läuft vom Ersten bis zum Letzten eines Monats. Das Projekt mit den meisten Stimmen wird Monatsprojekt.

Es ist ganz einfach:

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/

anclicken – Biene sucht Blüte auswählen – und Eure Email Adresse angeben. Den dorthin zugeschickten Link müsst Ihr dann noch bestätigen.

Auf den Fotos seht Ihr nochmal die Gewinnerfotos Platz 1,2,3 und 6b unseres Fotoswettbewerbs letzten Mai. Die Fotografen waren Sascha Salm, André Nebel, Marion Langer und Til Adler.

 

Auszeichnung UN Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt  erklärt und ehrt Projekte, die sich für die Erhaltung, Nutzung oder Vermittlung der Biologischen Vielfalt einsetzen. Unsere Arbeit als „Biene sucht Blüte“ haben wir in der Projektbeschreibung „Bienen mögen es bunt“ zusammengefasst – und wir hatten Glück und wurden ausgezeichnet! Das gesamt Projekt kann man hier nachlesen.

Bei der Krokuspflanzaktion am 5.10.19 auf dem Neuen Annenfriedhof überreichte uns Frau Dr. Kristin Kaufmann (Bürgermeisterin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen) die Auszeichnungsunterlagen und nun dürfen wir 2 Jahre lang den Titel „Ausgezeichetes Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt“ tragen. Wir freuen uns!

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Foto Übergabe UN Dekade

Vlnr Anna Kosubek, Claudia Sperling, Marion Loeper, Kristin Kaufmann

Royalen Dank

Hummelköniginnenfrühstück! Was ist denn das? Im Frühjahr erwachen die jungen Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf. Sie benötigen jede Menge Nahrung, denn eine anstrengende Zeit liegt vor ihnen. Sie müssen ein Nest suchen, um dort ihre Nachkommenschaft aufzuziehen. Hummelköniginnen fliegen schon recht früh im Jahr, wenn die Umgebungstemperaturen noch sehr niedrig sind. Hummeln schaffen das da sie anders als die meisten Insekten ihre Flugmuskulatur durch Stoffwechselenergie auf eine Temperatur von über 30° aufwärmen können. Das hat jedoch seinen Preis: sie benötigen viel Nektar als Nahrung und sind deswegen auf Pflanzen angewiesen, die wie sie schon früh im Jahr erwachen.

Aus diesem Grund haben wir auf einer Wiese des Neuen Annenfriedhofs viele Elfenkrokusse und Kornelkirschen, typische Frühjahrsblüher, für die Hummeln gepflanzt. Die Stiftung für Soziales & Umwelt der Stadtsparkasse Dresden hat dieses Projekt gefördert und sowohl wir, als auch zahlreiche Hummeln möchten dafür DANKE sagen.

Überreichung der Stiftungsurkunde am 5.10.19 an AG „Biene sucht Blüte“ (Foto v.l.n.r.: Andreas Störmer, Ostsächsische Sparkasse Dresden, Filialdirektor Löbtau; Claudia Sperling (BsB); Lara Schink (Verband der Annenfriedhöfe)

 

10.000 Krokusse für die Hummeln

Fleißige Helfer waren gesucht – und trotz Regen kamen sie zum Glück auch. Ein großes Dankeschön an Alle – ohne Euch wäre es nicht geglückt: 10.000 Krokusse und 2 Kornelkirschen wurden auf einer Wiese des Neuen Annenfriedhofs gepflanzt.  Im nächsten Frühjahr bieten sie Hummeln wertvolle Nahrung! Rund um die Hummel gab es auch noch viele Informationen: Dr. Anna Kosubek informierte über den Lebenszyklus der Hummel und warum sie auf die hübschen Frühblüher wie es Krokus (Crocus tomasinianus) und Kornelkirsche (Cornus mas) sind angewiesen sind. Der Hummeltischler Jan Gubisch erklärte Groß und Klein wie man Hummeln m Garten in einem Hummelkasten Unterschlupf geben kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Alle Mitwirkenden konnten dann noch ein paar eigene Krokusse mitnehmen – und nächstes Jahr wenn die Krokusse blühen schauen wir alle wie die Hummeln sich an dem  reichhaltigen Frühstück erfreuen!

Wir danken Frau Lara Schink (Neuer Annenfriedhof Dresden) sowie Pfarrer Lechner (Ev. Luth. Pfarrgemeinde Frieden und Hoffnung Dresden) für die Unterstützung der ganzen Aktion!