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Bei der Wahl zur Wildbiene des Jahres hat diesmal die Rainfarn-Maskenbiene gewonnen. Sie ist die Wildbiene des Jahres 2022. Mit einer Körperlänge von 5-9 mm gehört sie, wie alle Maskenbienen (Hylaeus spp.), eher zu den kleinen, unscheinbaren Wildbienen. Typisch helle Flecken vor allem im Gesicht, aber auch an Thorax und Beinen und ein schwarzer, fast unbehaarter Körper schmücken sie.

Maskenbienen bevorzugen leicht zugängliche Nektarien, da ihr Rüssel eher kurz ausgefallen ist. Sie werden fündig in den Blüten von Korbblütlern, Reseden und Doldenblütengewächsen wie Margerite, Rainfarn, Schafgarbe und Wilder Möhre. Den Nektar nehmen sie über ihren Rüssel auf und transportieren ihn, genau wie den Pollen, auf dem Weg zum Nest in ihrem Kropf. Aus diesem Grund haben die Weibchen auch keine Körperbehaarung, die bei anderen Bienen zum Transport von Pollen dient. Die meisten Maskenbienen sind bei der Pollenwahl nicht wählerisch. Der für die Ernährung der Brut gesammelt Pollen stammt aus verschiedenen Pflanzen, zum Beispiel auch aus den Blüten von Rosengewächsen.

Maskenbienen brüten oberirdisch – in Pflanzenstängeln, Käferfraßgängen oder Mauerfugen. Sie sind auch eine unserer häufigsten Nisthilfenbesucher. 3 mm Bohrlochgröße oder senkrecht aufgestellte hohle Pflanzenstängel z.B. einer alten Brombeerranke, sind ihnen Heimat genug. Gebaut wird mit dem eigenen Speichel. Der Verschluss der kleinen Höhle sieht aus, als hätte jemand Frischhaltefolie passgenau vor den Ausgang gespannt.

Wo sind sie zu finden und wie locke ich mir diese Wildbienen in den Garten?

Zu finden sind Maskenbienen natürlich in der Nähe ihrer Nahrungspflanzen. Ihre Vorliebe für verschiedene Blütenpflanzen machen sie zum anpassungsfähigen Kurzrüssel-Allrounder.

Sie kann gut in einem Garten heimisch werden, dessen glatt geschnittener Rasen abgemagert und mit einer einheimischen Blumenwiese ersetzt wird. Aber auch auf dem Balkon, wenn neben Tomate und diversen Kräutern auch ein Gefäß, bepflanzt mit Margerite und Reseda nebst ein paar hohlen Pflanzenstängeln einen Platz bekommt. Zu finden ist sie ebenfalls an Waldrändern, in Parks, in Hecken und auf blühenden Brachflächen.

In Mitteleuropa sind 45 verschiedene Maskenbienenarten bekannt. Die meisten von ihnen sind jedoch nur von Spezialisten zu unterscheiden.