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Kuscheln gegen die Kälte

Honig-Bienen halten zwar keinen Winterschlaf, aber geraten bei kalten Temperaturen in eine Art Kältestarre. Während das Volk auf der Centrum Galerie im letzten Sommer ca. 50.000 Bienen zählte ist es in diesem Winter ca. 10.000 Bienen stark. Daher wird vom Imker die Beute verkleinert. Innerhalb der Beute versammeln sich die Bienen in einer sogenannten Wintertraube, in deren Mitte es selbst bei äußeren Minustemperaturen ca. 25-35 Grad Celsius herrschen. Der im Sommer angesammelte Honig gibt den Bienen die nötige Energie um ihre Behausung „aufzuheizen“. Dafür entwickeln die Tiere in der äußersten Schicht der Traube durch ihre Muskulatur Wärme.

Einige Bieneninstitute schätzen den Honigverbrauch eines Volkes während des Winterhalbjahres auf ca. 30kg, wofür ca. 300 Millionen Blütenbesuche nötig sind. Bienen können den härtesten Winter überstehen, wenn sie genug Futter eingelagert haben, genügen Luft bekommen und vor Erschütterung geschützt sind.

Warré-Beute im Schnee

Warré-Beute im Schnee

An Hygiene wird auch im Winter gedacht

An warmen sonnigen Tagen, wie zum Beispiel am 3. Adventswochenende im Dezember 2016, summten einige Bienen herum. Wenn die Außentemperatur auf über 12 Grad Celsius steigt, lockert sich die Bienentraube im inneren der Beute und die Bienen machen einen kurzen Reinigungsflug zur Darmentleerung, damit bleibt der Bienenstock auch im Winter keimfrei. Daher ein kleiner Tipp: An den ersten sonnigen Tagen im Frühjahr keine weiße Wäsche in der Nähe von Bienen raushängen!

Was passiert im neuen Bienenjahr?

Das neue Bienenjahr beginnt für einige Imker nicht an Neujahr, sondern schon nach der Sommersonnenwende am 21.06. – Honigbienen spüren, dass sich der Winkel der Sonne verändert, dass die Tage kürzer werden und stellen sich langsam auf den Winter ein, z.B. durch Aufzucht von Winterbienen, die im Gegensatz zu den Sommerbienen bis zu 6 Monate leben können.

Seit der Wintersonnenwende am 21.12. werden die Tage wieder länger. Je nach Wetter stellen sich die Honigbienen ab Februar / März langsam wieder auf den kommenden Sommer ein, die Königin beginnt wieder Eier zu legen und die ersten Sommerbienen wachsen heran. Erste Flugziele im neuen Jahr sind in unseren Breitengraden Frühlingsblüher wie z.B. Schneeglöckchen, Krokus, Löwenzahn oder frühblühende Bäume wie z.B. die Haselnuss, Weide, (Kornel-)Kirsche. Noch ein kleiner Tipp: Die Bienen freuen sich mehr über die schönen Weidenkätzchen an den Bäumen, als in den Vasen.

 Wie können Sie die Bienen unterstützen?

Mit Bienen-Pflanzen, d.h. Kräuter- und Steingartenpflanzen wie z.B. Thymian, Lavendel, Borretsch, frühblühenden Zwiebelgewächsen (außer Zuchttulpen), Stauden wie z.B. Astern, Fetthenne können sie diese für uns sehr nützlichen Tiere auf ihrem Balkon oder in ihrem Garten unterstützen. Mähen Sie ihre Wiesen nur zweimal im Jahr und nicht vor Juni und lassen sie einige wilde Ecken stehen. Gern können Sie auch die ansässigen Imkervereine dazu kontaktieren.

Was erwartet die Centrum-Galerie-Bienen in diesem neuen Jahr?

 Ende April / Anfang Mai beginnt für Honigbienen die Schwarmzeit. Da für die Bienen auf der Centrum-Galerie in diesem Jahr Zuwachs geplant ist, soll das bestehende Volk um zwei weitere Völker zwischen April und Juli ergänzt werden.

Rico Riedel

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