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Die erste Biene, die wir Euch an dieser Stelle vorstellen wollen, ist Halictus quadricinctus, die Vierbindige Furchenbiene. Mit einer Körperlänge von bis zu 16 mm ist sie die größte unserer heimischen Arten der Bienengattung Halictus, die man beim Weibchen an der auffälligen, kahlen Längsfurche auf dem Abdomenende und den deutlichen Haarbinden am Ende der Hinterleibsegmente erkennen kann und die in Sachsen mit 13 Arten vertreten ist.

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Halictus quadricinctus nistet solitär in selbstgegrabenen Hohlräumen, bevorzugt in magerem Lehm oder Löß; in Steilwänden, aber auch in spärlich bewachsenem, ebenem Boden. Das Nest besteht aus einem 8 – 10 cm langen Hauptgang, der in einen Hohlraum mündet, in dem sich eine mit schmalen Stützpfeilern am umliegenden Erdreich befestigte „Grabwabe“ befindet, die zwischen 5 und 20 Brutzellen enthält.

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Die Vierbindige Furchenbiene zeigt einen ungewöhnlichen Familiensinn. Statt, wie andere Bienenarten, nach dem Schlupf das Nest zu verlassen, leben die Nachkommen noch mehrere Wochen lang mit dem Muttertier im Nest zusammen, bis dieses schließlich stirbt. Auch die Halictus-typische Art der Überwinterung unterscheidet sie von anderen Bienenarten, von denen die meisten als Ruhelarve im Kokon überwintern. Die Jungweibchen von Halictus quadricinctus verpaaren sich noch im Sommer mit den Männchen, welche im Spätsommer sterben. Die begatteten Weibchen aber überwintern, um im nächsten Frühjahr ein neues Nest zu bauen.

Obwohl sie wenig wählerisch in Bezug auf ihre Nahrungspflanzen ist, zählt die Vierbindige Furchenbiene zu den stark bedrohten Bienenarten. Während ihrer langen Flugzeit, vom Frühjahr bis in der Herbst hinein, benötigt sie ein durchgehendes Angebot an Blütenpflanzen. Eine zu häufige und ganzflächige Mahd von Wiesen und Wegrändern nimmt der Vierbindigen Furchenbiene im Frühsommer das für die Brut dringend benötigte Pollenangebot sowie während der gesamten Flugperiode den für die Eigenversorgung benötigten Nektar, insbesondere für die bis in den Herbst anzutreffenden und dann überwinternden Jungweibchen. Mindestens ebenso stark ist Halictus quadricinctus auf geeignete Nisthabitate, insbesondere Steilwände, Abbruchkanten und Hohlwege angewiesen.

Weitere Informationen zu Halictus quadricinctus findet Ihr hier auf der Seite von Insekten-Sachsen. [Autor: Mandy Fritzsche]